Wir sitzen uns fett … und tot

Vom Sitzen werden wir fett! Das ist so. Und das Schlimme daran ist: Wir merken es nicht einmal.
Die Couch Potato (Sofa-Kartoffel): Ein Begriff, der Mitte der 70er Jahre entstand, wurde zu einem Sinnbild für faule Menschen, die Ihre Freizeit vor dem Fernseher verbringen und dabei nichtstuend auf der Couch liegen. Auch wir Deutschen haben uns schöne Wörter dafür einfallen lassen: Sesselpupser, Stubenhocker.
Dass diese Lebensweise mit Übergewicht und ungesundem Essen in Verbindung gebracht wird, erstaunt nicht und gilt fast schon als selbstverständlich. Klar, wer immer auf dem Sofa sitzt und Kartoffeln isst, wird selbst zur Kartoffel. Daran zweifelt kaum jemand. Was viele von uns allerdings nicht mit Übergewicht und fehlender Gesundheit in Verbindung bringen sind die vielen Stunden, die wir täglich am Schreibtisch, in Cafés oder auf sonst eine Art sitzend verbringen.
Wir werden zu Schreibtisch-Kartoffeln, Café-Pupsern und Auto-Hockern.
Doch darüber machen wir uns keine Sorgen! Denn ‘das ist halt so’ in unserer modernen Welt und wenn es alle so machen, muss es ja irgendwie in Ordnung sein. Aber das ist es nicht!
„Das ist halt so“ ist eine Einstellung, die uns Schritt fürSchritt dick macht und uns letztendlich umbringen wird. Denn genau wie die klischeehafte Couch-Potato sind auch diese neumodischen Sitzer auf der Schnellspur zu Übergewicht und Krankheit.
Und daran müssen wir ganz dringend etwas ändern! Vor allem müssen wir einsehen, dass nicht nur „faul sein“ uns krank und dick macht, sondern sogar die fleißigsten Büroarbeiter davon betroffen sind.
Bist Du auch so eine Kartoffel?
An einem durchschnittlichen Büro-Arbeitstag sitzen wir gut und gerne schon mal 13 Stunden!! 1⁄2 Stunde beim Frühstück, 1⁄2 bei der Autofahrt zur Arbeit, 4 Stunden am Schreibtisch, 1⁄2 in der Kantine, 4 Stunden am Nachmittag am Schreibtisch, 1⁄2 bei der Autofahrt nach Hause, 1 beim Abendessen mit der Familie und dann noch 2 Stunden vor dem Fernseher. (ja, auch Autofahren und das Sitzen am Esstisch muss dazu gezählt werden)
Und als krönenden Abschluss nach 13 Stunden „fleißigem“ Rumgesitze, liegen wir dann noch 8 Stunden im Bett.
Es wäre ja auch ok so und wirklich wundervoll, wenn unsere Körper dazu gemacht wären, so zu leben. Aber das sind sie nicht!
Denn abgesehen davon, dass uns Stühle, Sessel, Sofas und sonstige Sitzmöglichkeiten fett machen ist das Thema Sitzen ein durchaus extrem ernstes und gefährliches:
Sitzen läuft Gefahr, das Sterberisiko Nummer 1 zu werden.
Wenn wir uns nicht bewegen und still sitzen, fährt unser Fettverbrennungs-Organismus herunter, wir benötigen weniger Kalorien und die Muskeln beginnen, weniger durchblutet zu werden. Unser System fährt quasi herunter. Aber nicht nur das. Wir bekommen Rückenschmerzen, unsere Gelenke sind nicht mehr richtig geschmiert und auch unser Gehirn wird nicht auf die Art und Weise durchblutet, wie es in Bewegung geschieht. Wir werden krank und müde durch das unaufhörliche Sitzen in jeder Lebenssituation.
Wir rosten!
Wenn wir zu lange sitzen, passieren in unserem Körper viele gefährliche Dinge:
-unser Metabolic System fährt herunter
 -die Muskeln hören alle gleichzeitig (fast) auf zu arbeiten
-das Herz schlägt langsamer,
-der Cholesterin- und Fettlevel steigt
-die Kalorien-Verbrenn-Rate sinkt auf etwa 1 Kalorie pro Stunde. Das ist ein drittel des Wertes, den wir beim Gehen erreichen.
-die Insulin-Aktivität fällt und das Risiko an Typ 2 Diabetes zu erkranken steigt
-das Risiko für Übergewicht steigt an! (schon im ersten Jahr einer Bürotätigkeit nehmen viele Menschen bereits über 7 kg zu)
-das allgemeine Sterberisiko nimmt mit jeder Stunde, die wir durchschnittlich täglich sitzen, zu
 
Sport ist nicht das Gegenmittel zum übermäßigen Sitzen!!
Das ist noch eine weitere „Schreckensnachricht“: Man kann die Schäden, die man mit zu viel Sitzen anrichtet, nicht durch Sport ausgleichen! Selbst wenn man nach jedem 9stündigen Arbeitstag noch eine Stunde lang ins Fitnessstudio geht und trainiert, bis man schweißüberströmt auf dem Boden liegt oder wenn man in der Freizeit ein Marathonläufer ist, kann man die 9 Stunden starres Vor-sich-hin-Rosten damit nicht ausgleichen.
 
 
Die einzige Möglichkeit, die gesundheitlichen Risiken einzugrenzen, ist nicht zu lange am Stück zu sitzen und immer wieder aufzustehen (mindestens einmal in der Stunde, besser aber alle 20-30 Minuten!)
Einige Enzyme, die bei unserem Sitzen „einschlafen“ lassen sich wirklich schon durch pures Aufstehen wieder wecken.
 
Wenn Sitzen uns rosten lässt, ist Bewegung unser „Rostschutzmittel“!
Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Du diesen Post gerade sitzend liest. Deswegen: Hör auf zu rosten: Steh auf!
 
 

Source: Glücks Gewicht